Das Robert Henrik Gärtner Institut für Kommunikationsforschung (RHGI) ist ein virtuelles Institut. Es erforscht, wie Kommunikationsstörungen entstehen und sich dynamisch entwickeln, und zeigt Wege auf, sie zu diagnostizieren und zu beheben. Ausgangspunkt ist Paul Watzlawicks zweites Axiom: Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, und der Beziehungsaspekt bestimmt den Inhalt.

Robert Henrik Gärtner Institut für Kommunikationsforschung (RHGI)

Kommunikation ist das Fundament unserer Existenz. 

Sie formt unsere Wirklichkeit, unser Selbst- und Weltbild und unsere Beziehungen, auch die zu uns selbst. Damit entscheidet sie mit darüber, wie wir leben und welche Zukunft wir gestalten.

Und genau hier liegt das Problem: Kommunikation wird immer wieder gravierend gestört. Solche Störungen verzerren unser Verständnis der Wirklichkeit, erschüttern unser Selbst- und Weltbild, belasten unsere Beziehungen und verengen unsere Zukunft. Konflikte, Verluste und Enttäuschungen sind die Folge. Das vorhandene Fach- und Methodenwissen reicht oft nicht aus, um sie vollständig und dauerhaft zu beheben.

Wer die Ursachen verstehen und wirksame Lösungen finden will, muss Kommunikationsprozesse systematisch untersuchen und im Kontext der Beziehungen betrachten, in denen sie stattfinden. Dieser Aufgabe widmet sich das RHGI. Es erforscht, wie Kommunikationsstörungen entstehen und sich dynamisch entwickeln, und zeigt Wege auf, sie zu diagnostizieren und zu beheben.

Kommunikation und Ihre Störungen

MiCD und MaCD im Alltagsgeschehen

Kommunikationsstörungen werden am RHGI in zwei Klassen unterteilt:

Klasse 1. Leichte Kommunikationsstörungen (Minor Communication Disorders, MiCD):

  • Harmlose Missverständnisse, 
  • das „Aneinander-vorbeireden”, 
  • akustische Miss- oder Unverständlichkeit, 
  • Versprecher, 
  • unbekannte Wörter, 
  • Ambiguität, 
  • das „Es-liegt-mir-auf-der-Zunge-Phänomen” und Ähnliches. 

Sie verzögern gegebenenfalls die Funktion von Kommunikation, beeinträchtigen sie aber nicht und heben sie nicht auf. Sie treten häufig auf, sind leicht zu erkennen und ohne Folgen instantan zu beseitigen.

Klasse 2. Schwere Kommunikationsstörungen (Major Communication Disorders, MaCD):

  • Hypertrophie (extreme Überentwicklung, Übersteigerung oder Aufblähung von Kommunikationsstrukturen, Inhalten oder Verhaltensweisen), 
  • Insuffizienz (Leistungsschwäche, ungenutztes Potenzial), 
  • Inaktivität (Ausbleiben wichtiger Kommunikationsmaßnahmen), 
  • widersprüchliche Signale und Doppelbindproblem, 
  • Toxizität (Leidensdruck, gefährdet das Wohlbefinden), 
  • Pathogenität (Krankheitswert, gefährdet die Gesundheit) und 
  • Hyperreaktivität (übersteigerte Reaktion, siehe weiter unten). 

Schwere Kommunikationsstörungen bestehen immer dann, wenn die Funktion der Kommunikation erheblich beeinträchtigt oder vollständig aufgehoben ist. Folgen sind: unnötige oder ungelöste Konflikte, Frust, Ärger, Resignation, Feindseligkeit, Überkontrolle, Verachtung, Autoritätsverlust und vieles andere mehr.

Wissenschaftliche Beraterin des RHGI ist die Psychologische Psychotherapeutin Frau M.Sc. Shahrzad Ghelichkhani.

Auswirkungen: Persönlich und Zwischenmenschlich

Beeinträchtigung von Wohlergehen und Beziehungen

Im persönlichen und zwischenmenschlichen Bereich können schwere Kommunikationsstörungen weitreichende Folgen haben. In Partnerschaften führen sie zu ungelösten Konflikten und enttäuschten Erwartungen. Es entstehen Verletzungen, Vertrauensverlust und emotionale Distanz. Zuneigung und Nähe können schwinden, Streit und Sprachlosigkeit den Alltag bestimmen und Partnerschaften letztlich zerbrechen.

Auch das Familienleben kann erheblich belastet werden, wenn Konflikte zwischen Eltern und Kindern eskalieren, gegenseitiges Verständnis verloren geht oder familiäre Spannungen den Alltag prägen. Im Freundeskreis können Missverständnisse, Kränkungen und ausbleibende Klärung zu Rückzug, Entfremdung und dem Verlust langjähriger Freundschaften führen. Feindseligkeit, Einsamkeit und soziale Isolation können die Folge sein.

Gleichzeitig wirken sich solche Belastungen auf die eigene Person aus. Selbstzweifel, Unsicherheit, Frust, Ärger und Resignation können zunehmen. Anhaltendes Grübeln, Selbstabwertung und innere Widersprüche beeinträchtigen das Selbstvertrauen und die Handlungsfähigkeit. Chronischer Leidensdruck kann schließlich auch das psychische Wohlbefinden, die Lebensqualität und die Gesundheit gefährden. So können Kommunikationsstörungen einzelne Beziehungen schädigen und zugleich das gesamte persönliche und soziale Leben beeinträchtigen.

Auswirkungen auf Organisationen und Gesellschaft

Zusammenarbeit, Führung und gesellschaftliche Verständigung

Auch Organisationen und Gesellschaften leiden unter schweren Kommunikationsstörungen. In Unternehmen und Verwaltungen zeigen sie sich in unklaren Erwartungen, widersprüchlichen Anweisungen und Entscheidungen, die nicht nachvollziehbar vermittelt werden. Abstimmungen dauern länger als nötig, Konflikte bleiben ungelöst, Verantwortlichkeiten verschwimmen. Führungskräfte verlieren Autorität, Mitarbeitende verlieren Motivation und Vertrauen.

Ähnlich wirkt es sich auf die gesellschaftliche Verständigung aus. Wo Menschen, Institutionen und Gruppen aneinander vorbeireden oder widersprüchliche Signale senden, können Misstrauen, Feindseligkeit und Entfremdung wachsen, und gemeinsame Lösungen werden schwieriger.

Wirksame Kommunikation eröffnet dagegen erhebliche Chancen. Wenn Erwartungen geklärt und Entscheidungen nachvollziehbar vermittelt werden, verbessert sich die Zusammenarbeit, und Vertrauen kann wachsen. Das setzt voraus, dass neben den Botschaften und ihrer Vermittlung auch die Beziehungen in den Blick kommen, in denen Kommunikation ihre Wirkung entfaltet.

Kommunikationsstörungen in Marketing, Werbung und PR

Verfehlte Wirkung und unglaubwürdige Markenversprechen

Besonders sichtbar werden Kommunikationsstörungen in Marketing, Werbung und PR, denn dort ist Kommunikation das Kerngeschäft. Botschaften verfehlen ihr Ziel, Markenwerte bleiben unverstanden, Zielgruppen fühlen sich nicht angesprochen oder entwickeln andere Erwartungen als beabsichtigt. Hohe Streuverluste, ausbleibende Reaktionen und wirkungsschwache Kampagnen können die Folge sein. Investitionen in Konzeption, Gestaltung und Verbreitung entfalten dann nicht das volle Potenzial.

Widersprüche zwischen Marktkommunikation und tatsächlichem Verhalten eines Unternehmens beeinträchtigen die Glaubwürdigkeit. Unklare Positionierungen, uneinheitliche Botschaften und eine Kommunikation, die an den Bedürfnissen der Zielgruppen vorbeigeht, können Vertrauen schwächen und Kundenbeziehungen belasten. Im ungünstigsten Fall werden ausbleibende Wirkung und Missverständnisse durch höhere Werbeausgaben oder häufigere Kommunikation kompensiert, ohne dass sich die eigentliche Ursache beheben lässt. In Krisen verschärft sich das Problem, wenn Unternehmen zu spät, ausweichend oder widersprüchlich kommunizieren oder mit überzogenen Reaktionen zusätzliches Misstrauen erzeugen.

Umgekehrt eröffnet eine wirksame Kommunikation erhebliche Chancen. Sie kann Marken verständlicher positionieren, Erwartungen klären, Vertrauen aufbauen und Kundenbeziehungen festigen. Sie unterstützt Unternehmen dabei, ihre Leistungen nachvollziehbar zu vermitteln, sich erkennbar vom Wettbewerb abzugrenzen und auch in schwierigen Situationen glaubwürdig zu bleiben. Das setzt voraus, dass Botschaften, tatsächliches Verhalten und die Erwartungen der jeweiligen Zielgruppen zusammenpassen.

Auch hier gilt: Jede Botschaft gestaltet eine Beziehung, zu Kunden, zur Öffentlichkeit und zu den eigenen Mitarbeitenden. Wer Kommunikationsstörungen erkennen und beheben will, muss deshalb neben den Inhalten und ihrer Vermittlung auch die Beziehungen untersuchen, in denen Kommunikation ihre Wirkung entfaltet. Dazu gibt es den RHGI-Diagnosebogen.

Hyperreaktivität und die Bedeutung von Beziehungen

Beziehung als kommunikatives Basisgeschehen

Eine der häufigsten und daher bekanntesten Störungen ist die oben genannte Hyperreaktivität, eine unangemessene emotionale Reaktion auf einen kommunikativen Reiz. Sie liegt vor, wenn die Reaktion deutlich anders oder stärker ausfällt als statistisch erwartbar. In der Regel folgt darauf eine spontane Veränderung der Beziehungsdynamik, entweder zu sich selbst oder zu Co-Kommunikatoren.

Die Hyperreaktivität ist deshalb so aufschlussreich, weil sich an ihr zeigt, wie eng Kommunikation und Beziehung miteinander verbunden sind. Derselbe Satz kann, abhängig vom Beziehungskontext, ganz unterschiedliche Reaktionen auslösen, denn die überzogene Reaktion resultiert nicht aus dem, was gesagt oder gezeigt wurde, sondern aus einer Störung auf der Beziehungsebene. Um solche Reaktionen zu verstehen, genügt es deshalb nicht, Auslöser und Reaktion isoliert zu betrachten, und in fast allen Fällen ist es sinnvoll, die Beziehungsebene vor der Kommunikationsebene zu untersuchen.

Denn Kommunikation geht aus einer Beziehung hervor und gestaltet sie zugleich. Das eine lässt sich nicht ohne das andere denken, wobei die Beziehung stets zuerst existiert. Dennoch setzen Maßnahmen zur Behebung von Kommunikationsstörungen häufig an der Rhetorik, der Semantik oder der Dialektik an, während eine systematische Untersuchung der Beziehungen, in denen Menschen, Organisationen, Unternehmen und Gesellschaften stehen, einschließlich der Beziehung zu sich selbst, oft unberücksichtigt bleibt.

Das RHGI unterscheidet derzeit 14 Beziehungsebenen, die für kommunikative Prozesse und ihre Störungen relevant sind. Sie bilden den Bezugsrahmen, um Kommunikationsstörungen in ihren jeweiligen Beziehungskontexten zu untersuchen und Ansatzpunkte für ihre Diagnose und Behebung zu bestimmen. Genau hier setzt der Forschungsansatz des RHGI an.

Grundlagen und Diagnostik

Systematische Analyse und Behebung von Kommunikationsstörungen

Zur zuverlässigen Behebung von Kommunikationsstörungen benötigt man

a) ein allgemeines Grundlagenwissen über Kommunikationsprozesse und

b) ein Analyse- oder Diagnosetool für die Beziehungsebenen.

Weder die Psychologie noch die Kommunikationswissenschaft haben hierzu bisher überzeugende Konzepte vorgestellt.

Das RHGI wurde gegründet, um diese Konzepte zu entwickeln. Ausgangspunkt ist das KAVE-Modell zum besseren Verständnis der Kommunikation. Es beschreibt Kommunikation (K) als System aus Aufnahme (A), Verarbeitung (V) und Emission (E) von Informationen und untersucht deren Zusammenwirken unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Beziehungsstrukturen. Ziel der Forschung ist es, die Gesetzmäßigkeiten kommunikativer Prozesse und ihrer Störungen zu identifizieren, systematisch zu beschreiben und wissenschaftlich überprüfbare Erklärungsmodelle zu entwickeln. Darauf aufbauend sollen schwere Kommunikationsstörungen zuverlässig diagnostiziert, ihre Ursachen nachvollziehbar bestimmt und geeignete Maßnahmen zu ihrer Behebung abgeleitet werden.

Ich bin damit einverstanden, dass diese Daten zum Zwecke der Kontaktaufnahme gespeichert und verarbeitet werden. Mir ist bekannt, dass ich meine Einwilligung jederzeit widerrufen kann.*

Bitte füllen Sie alle erforderlichen Felder aus.
Nachricht wurde erfolgreich gesendet

Fragen kostet nichts. Nehmen Sie gerne jederzeit Kontakt auf!

© 2026 Alle Rechte vorbehalten. Bezüglich der Vervielfältigung, Veränderung, Verbreitung, Vermittlung, Verwertung und Verwendung von Inhalten, sowie für die Anmeldung jeglicher Marken- und Schutzrechte.

KI-Hinweis: alle Texte wurden von einer natürlichen Intelligenz verfasst, von einer künstlichen Intelligenz poliert und anschließend wieder von einer menschlichen Intelligenz redigiert.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.